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Apokryphen

Neben den allgemein anerkannten Büchern existieren noch einige weitere, die jedoch umstritten sind. Die katholische Kirche reiht sie seit dem Konzil von Trient 1546 ins Alte Testament ein, als Antwort auf Martin Luthers Verwerfung des Makkabäerbuches (Grund siehe unten). In der jüdischen Heiligen Schrift sowie im evangelischen Alten Testament fehlen sie. In ökumenischen Bibeln sind diese Bücher gesondert aufgeführt.

Aber woher weiß man denn überhaupt, welche Bücher zur Bibel gehören und welche nicht?

Bücher, die als »kanonisch« gelten, also von Gott als zur Bibel gehörend autorisiert sind, lassen sich an den folgenden Kriterien erkennen. Sie sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit aufgeführt:

Prophetisch: Dies ist das wichtigste Kriterium überhaupt: Bücher, die von anerkannten Propheten Gottes geschrieben wurden, gelten als kanonisch. Propheten sind Männer mit prophetischer Berufung und Begabung. Die Inhalte ihrer Bücher entspringen somit nicht menschlichem Willen, sondern sie schrieben von Gott getrieben das auf, was der Heilige Geist ihnen eingab (2. Petrus 1,21). Dieses Kriterium trifft auf viele Bücher des Alten Testaments zu, da die meisten Autoren Propheten Israels waren.

Apostolisch: Die meisten Autoren des Neuen Testaments – außer Markus und Lukas – waren Apostel, also ebenfalls von Gott besonders berufene und begabte Menschen. Markus und Lukas besaßen als direkte Mitarbeiter der Apostel ebenfalls deren Autorität und Zustimmung.

Göttliche Autorität: Redet ein Buch in autoritärem Ton und im Namen Gottes (z. B.: »So spricht der Herr«), gilt es als vom Heiligen Geist inspiriert.

Geistliche Kraft: Ein Buch, das zur Bibel gehört, muss glaubensfördernd, erbauend, erzieherisch und lebenserneuernd sein (2. Timotheus 3,16). Es muss den Leser zur Errettung durch den Glauben an Jesus Christus unterweisen.

Historische und dogmatische Genauigkeit: Bücher, die historisch falsche Inhalte haben oder die mit dem dogmatischen Kontext der Bibel nicht übereinstimmen, sind nicht kanonisch. So wird beispielsweise im Buch Makkabäer zur Totenanbetung aufgerufen. Dies steht im Widerspruch zur übrigen Bibel, die das scharf ablehnt. Somit hat Martin Luther dieses Buch zu Recht verworfen (siehe oben).

Ursprüngliche Aufnahme: Wie wurde ein Buch von seinen ursprünglichen Adressaten aufgenommen? Wurde es akzeptiert oder verworfen?

Zusammenfassend kann man davon ausgehen, dass die Bibel diejenigen Schriften enthält, durch die Gott in aller Ausführlichkeit und Vollmacht zu uns sprechen möchte.


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