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Der Koran

Nach islamischer Überzeugung hat Mohammed den Koran nicht selbst verfasst, sondern alle Suren wurden ihm von Allah durch den Engel Gabriel Wort für Wort diktiert und unvergesslich eingeprägt. Mohammed gilt als willenloses Werkzeug in Allahs Hand. Deshalb stellt der Koran für viele Moslems den Weg dar, über den Allah den Menschen näherkommt. Dieses Buch wird hoch geachtet, geküsst, nie auf den Boden gelegt, möglichst nur außen angefasst und oft mit Goldrahmen und Arabesken geschmückt.


Islamische Kunst ohne bildliche Darstellungen: Ornamente an den Fenstern des Felsendoms.

Die Araber besaßen vor der Entstehung des Islam im Gegensatz zu den Juden und den Christen kein schriftliches Dokument als Grundlage für ihren einst animistischen Glauben. Die aus dem Heiligen Land vertriebenen Juden und auch einige Sklaven, die Christen waren, besaßen jeweils ein heiliges Buch, aus dem sie Leitung, Gesetz, Offenbarung, Kraft, Weisheit, Verheißung und Erkenntnis herauslesen konnten. Das Alte und das Neue Testament waren damals noch nicht ins Arabische übersetzt. Sie lagen nur in Hebräisch bzw. Griechisch vor. Möglicherweise existierten einige Teile davon auch in syrischer Sprache. Diese heiligen Bücher galten als Zeichen einer höheren Kultur und als Quelle gesicherter Erkenntnisse.

Der Animismus auf der arabischen Halbinsel konnte das nicht aufweisen. Juden und Christen konnten sagen: »Es steht geschrieben!«. Die Araber dagegen besaßen keinen schriftlichen Beweis für ihre Glaubensauffassungen. Mohammed sehnte sich nach einem heiligen Buch in arabischer Sprache, nach einer gültigen Offenbarung für Glauben und Leben, einem geschriebenen Gesetz, einer göttlich geoffenbarten Erkenntnis und einer geschlossenen Weltanschauung.

Mohammed war Analphabet (Sure 7,156). Als Kaufmann konnte er wohl Zahlen und Buchstaben entziffern, aber kaum richtig lesen oder schreiben. Somit hatte er keinen direkten Zugang zu irgendeiner Offenbarungsquelle, zumal, wenn diese nicht in seiner eigenen Sprache vorlag. Er war also ganz auf mündliche Informationen angewiesen. Man erkennt im Koran, dass biblische Berichte verändert wiedergegeben werden. Mohammed konnte nur weitergeben, was er von den Juden und Christen seiner Umgebung gehört hatte. In Mekka gab es damals christliche Splittergruppen, die wesentliche Abweichungen zu den Texten des Neuen Testaments verfochten.

Dennoch war er ein begabter Dichter und ein Meister der arabischen Dichtkunst. Seine Suren sind mitreißend geschrieben. Der Koran gilt bis heute als die schönste und beste arabische Sprachschöpfung und blieb Maßstab und Quelle für alle späteren Veröffentlichungen in dieser Sprache. Das heilige Buch der Moslems bietet seinen Inhalt nicht in nüchterner Prosa dar, sondern in einer teilweise einprägsamen Gedichtform.

Wichtige biblische Aussagen finden sich im Koran nicht wieder. Jesus sei nicht der Sohn Gottes, sondern nur ein Prophet. Mohammed erklärte, die Juden hätten Texte im Alten Testament verdreht, gefälscht und unterschlagen, und die Christen hätten die Kreuzigung Jesu sowie seine Auferstehung von den Toten erfunden. Die Bezeichnung »Gottessohn« und die Anrede Gottes als Vater seien später in die Evangelien eingefügt worden. Seine eigenen Offenbarungen stellte er als göttlichen Maßstab dar. Wo die jüdische oder christliche Heilige Schrift nicht mit ihm übereinstimmten, mussten sie als gefälscht gelten – dies ist bis heute so. Dass die Bibel schon Jahrhunderte vor Mohammed in mehrere Sprachen übersetzt worden war und die Thora bereits damals seit über 2000 Jahren existierte, beeindruckte Mohammed und seine Anhänger nicht.


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