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Armenier, Kopten, Äthiopier und Syrer

Bei den sogenannten nicht-chalcedonensischen Kirchen handelt es sich um Kirchen des Ostens – Armenier, Kopten, Äthiopier und Syrer –, die die Lehrbeschlüsse des Konzils von Chalcedon (451) von den zwei Naturen Christi (vollkommener Gott und vollkommener Mensch) ablehnen. Die nicht-chalcedonensischen Kirchen halten an der monophysitischen Lehre von der einen, göttlichen Natur in Christus fest.

Die armenisch-orthodoxe Kirche reicht bis in das Jahr 301 zurück, in dem die Armenier als erstes Volk das Christentum annahmen. Seit dem 5. Jahrhundert gibt es eine armenische Religionsgemeinschaft in Jerusalem. Armenische Quellen datieren den ersten Patriarchen nach der Ernennungsurkunde des Kalifen Omar an den Patriarchen Abraham im Jahr 638. Das armenische Patriarchat von Jerusalem wurde 1311 eingerichtet.

Im Heiligen Land gibt es Christen aller Schattierungen.

Während des 19. Jahrhunderts sowie während und unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg wuchs die lokale armenische Gemeinde durch die Aufnahme der Überlebenden der Massaker durch die Türken in Anatolien, insbesondere derjenigen von 1915. Vor 1939 zählte die Gemeinde über 15.000 Mitglieder und war damit die drittgrößte christliche Gruppe im Lande. Heute leben ungefähr 4000 Gemeindemitglieder - in Jerusalem, Haifa, Jaffa und Bethlehem.

Die koptisch-orthodoxe Kirche hat ihre Wurzeln in Ägypten, wo große Bevölkerungsteile während der ersten Jahrhunderte christlich wurden. Nach der Tradition kamen die Kopten mit Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin, nach Jerusalem. Die koptische Kirche übte früh erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Mönchstums in der Judäischen Wüste aus. Die Gemeinschaft blühte während der Mameluckenzeit (1250–1517) und noch einmal unter Mohammed Ali im Jahre 1830. Seit dem 13. Jahrhundert wird der (koptische) Patriarch von Alexandria in Jerusalem durch einen ortsansässigen Erzbischof repräsentiert. Die Gemeinde hat etwas mehr als 1000 Mitglieder – in Jerusalem, Bethlehem und Nazareth.

Die äthiopisch-orthodoxe Kirche hat mindestens seit dem Mittelalter eine Gemeinde in Jerusalem. Historiker der frühen Kirche erwähnen bereits im 4. Jahrhundert die Präsenz äthiopischer Pilger im Heiligen Land. Sicher ist, dass die äthiopische Kirche in den folgenden Jahrhunderten wichtige Rechte über die Heiligen Stätten besessen hatte, die sie nahezu vollständig unter der Herrschaft der Osmanen – vor der Erklärung des Status quo – verlor.

Heute ist die äthiopische Kirche in Israel eine kleine Gemeinschaft, die von einem Erzbischof geleitet wird. Sie besteht im wesentlichen aus einigen Dutzend Mönchen und Nonnen (obwohl auch die Laiengemeinschaft wächst), die in der Altstadt und in der Nähe der äthiopischen Kirche in West-Jerusalem leben. Seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Äthiopien und Israel hat die Zahl der Pilger zugenommen. Fast 1000 äthiopische Pilger nahmen 1995 an den Zeremonien der Heiligen Woche teil.

Die syrisch-orthodoxe Kirche ist die Nachfolgerin der antiken Kirche von Antiochia und damit eine der ältesten christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten. Zu ihren Traditionen gehört der kontinuierliche Gebrauch der alt-syrischen Sprache (West-Aramäisch) in Liturgie und Gebet. Die syrisch-monophysitische Kirche ist auch unter dem Namen der Jakobiten bekannt (nach Jakob Baradai, der die Kirche im 6. Jahrhundert organisierte). Ihr Patriarch residiert in Damaskus. Seit 793 (und seit 1471 kontinuierlich) gibt es syrisch-orthodoxe Bischöfe in Jerusalem. Heute wird die lokale Gemeinde von einem Bischof geleitet, der in Jerusalem im Kloster zum Heiligen Markus aus dem 7. Jahrhundert residiert. Die Gemeinde zählt zirka 2000 Mitglieder, von denen die Mehrheit in Jerusalem und Bethlehem lebt.

Die Apostolische Kirche des Ostens hat ihre Ursprünge in der Grenzregion zwischen der Türkei, dem Iran und dem Irak. Ihre Liturgie- und Gebetssprache ist das Ost-Aramäische, also eine Form der alt-syrischen Sprache. Seit 1917 residiert ihr Patriarch in Chicago und Kerala (Indien). Die Kirche ist seit dem 5. Jahrhundert in Jerusalem präsent. Heute wird sie durch einen Erzbischof in der Stadt vertreten.


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