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Die orthodoxen Kirchen

Die orthodoxe Kirche (auch als Ostkirche oder griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnet) besteht aus allen denjenigen Kirchen, die den Ehrenprimat, also die bevorzugte Stellung des Patriarchen von Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, anerkennen. Historisch hat sich die orthodoxe Kirche aus den Kirchen des oströmischen oder byzantinischen Reiches entwickelt.

Das griechisch-orthodoxe Patriarchat betrachtet sich als die Mutterkirche von Jerusalem, deren Bischof die Patriarchenwürde durch das Konzil von Chalcedon, wahrscheinlich nach der altgriechischen Stadt Kalchedon am Bosporus, im Jahre 451 erhielt. Seit 1054 liegt das griechisch-orthodoxe Patriarchat mit Rom im Schisma, d.h. in einer aus kirchenrechtlichen Gründen entstandenen Kirchenspaltung. 1964 kam es jedoch in Jerusalem zu einem historischen Treffen zwischen Papst Paul VI. und dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras.

Nach der Eroberung durch die Kreuzfahrer im Jahre 1099 wurde das (orthodoxe) Patriarchat von Jerusalem, das sich ohnehin bereits im Exil befand, nach Konstantinopel verlegt. Die ständige Residenz des Patriarchen in Jerusalem wurde erst wieder 1845 erneuert.

Seit 1662 werden die orthodoxen Interessen im Heiligen Land von der Bruderschaft des Heiligen Grabes wahrgenommen, die den Status der orthodoxen Kirche an den Heiligen Stätten zu sichern und den griechischen Charakter des Patriarchats zu wahren suchte.

In den Gemeinden der Ostkirche wird hauptsächlich Arabisch gesprochen. Den Gemeindedienst versehen arabische, verheiratete Priester und Mitglieder der Bruderschaft des Heiligen Grabes. Die Mitgliederzahlen liegen bei zirka 120 000 in Jerusalem, Galiläa, Judäa, Samaria und Gaza.

Zwei weitere historische orthodoxe Nationalkirchen sind ebenfalls im Lande vertreten: die russische und die rumänische. Infolge ihrer Verbindung mit der griechisch-orthodoxen Kirche unterstehen sie dem griechisch-orthodoxen Patriarchat.

Die russisch-orthodoxe Mission wurde 1858 in Jerusalem errichtet. Doch russische Christen waren bereits im 11. Jahrhundert, einige Jahre nach der Christianisierung Kiews, zu Besuchen ins Heilige Land gekommen. Derartige Besuche wurden in den folgenden 900 Jahren fortgesetzt. Sie erreichten ihren Höhepunkt in den großen jährlichen Pilgerfahrten des späten 19. Jahrhunderts, die bis zum Ersten Weltkrieg andauerten und mit der russischen Revolution ein Ende fanden.

Seit 1949 liegt der Eigentumsanspruch auf den Besitz der russischen Kirche auf die Territorien, die zu jener Zeit zum Staatsgebiet Israels gehörten, bei der russisch-orthodoxen Mission (Patriarchat von Moskau); der Anspruch auf den Kirchenbesitz in Gebieten, die zu jenem Zeitpunkt unter jordanische Verwaltung fielen, verblieb bei der russisch-kirchlichen Mission, die die russisch-orthodoxe Kirche im Exil vertritt. Beide Missionen werden jeweils von einem Archimandriten geleitet, der Vorsteher mehrerer Klöster, dem eine Zahl von Mönchen und Nonnen zur Seite stehen.

Eine Mission der rumänisch-orthodoxen Kirche wurde 1935 eingerichtet. Sie wird von einem Archimandriten geführt und besteht aus einer kleinen Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen in Jerusalem.


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