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Libanonkrieg 2006

Der zweite Libanonkrieg begann am 12. Juli 2006 und dauerte einen Monat. Die vom Libanon aus operierende Terrorgruppe Hisbollah hatte Nordisrael mit Raketen beschossen und zwei israelische Soldaten entführt sowie acht weitere Soldaten getötet. Schon vor dem Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon im Jahr 2000 hatte die Hisbollah (»Partei Allahs«) einen erbitterten Guerilla-Krieg gegen die »Besatzer« geführt.

Zu Beginn des Kriegs verhängte Israel eine Seeblockade an der libanesischen Küste und startete Luftangriffe auf Hisbollah-Stützpunkte im gesamten Land. Israels UN-Botschafter Danny Gillerman machte die Regierung des Libanon mitverantwortlich für den Konflikt: Anstatt nach Israels Truppenabzug im Sommer 2000 die Hisbollah zu entwaffnen, hatte sich die Regierung und das libanesische Militär zurückgehalten und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz gewähren lassen. Die Lage spitzte sich auch im Gazastreifen zu: Tausende Palästinenser bejubelten die Glaubensbrüder aus dem Norden und verteilten nach Raketenangriffen auf Israel Süßigkeiten. Sogar im muslimischen Viertel Jerusalems sang man Loblieder auf Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah.

Die Hisbollah schoss Raketen auf Haifa, Safed, Maalot, Akko, Tiberias und andere Orte im Norden Israels. Dabei starben insgesamt über 40 Zivilisten und etwa 120 Soldaten. Auf libanesischer Seite kamen etwa 1200 Menschen ums Leben, die Hisbollah hatte nach eigenen Angaben 250 Tote zu beklagen, nach Angaben der israelischen Armee mehr als 500.

Als Wendepunkt des Krieges und Auslöser heftiger internationaler Reaktionen gilt der Angriff Israels am 30. Juli 2006 auf den Ort Kana im südlichen Libanon. Dabei starben 27 Personen, die sich in einem mehrstöckigen Gebäude aufhielten. Die israelischen Streitkräfte gaben an, aus der unmittelbaren Umgebung seien wiederholt Katjuscha-Raketen abgefeuert worden und man hätte die Bewohner vor der Bombardierung zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert. Amnesty International warf Israel »Kriegsverbrechen« vor und UN-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte den Angriff scharf. Die einseitige Berichterstattung zuungunsten Israels trat nach diesem Ereignis besonders deutlich zutage: Unmittelbar nach dem Angriff wurde die Zahl der Opfer doppelt so hoch angegeben, die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte Fotos, denen der Fotograf nachträglich dicke Rauchschwaden hinzugefügt hatte.

Der Krieg endete mit einem Waffenstillstand am Morgen des 14. August 2006. Von einem Sieg mochten nicht viele Israelis sprechen, hatte die Hisbollah am letzten Kriegstag noch die Stärke, 250 Raketen abzufeuern. Auch die Freilassung der gefangenen Soldaten konnte nicht erreicht werden.

Wir arbeiten an »Einzigartiges Israel 3.0«, das 2018 erscheinen soll. Darin werden die weiteren Konflikte der letzten 10 Jahre beschrieben – z.B. der Gazakrieg 2014. Bitte unterstützen Sie uns bei der Arbeit am Projekt.


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