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Jerusalem im 20. Jahrhundert

Während des Ersten Weltkrieges eroberten die Engländer am 11. Dezember 1917 unter General Allenby Jerusalem. Sie beendeten die osmanische Herrschaft und erhielten vom Völkerbund das Mandatsrecht über Palästina. In dieser Zeit begann Jerusalem wieder aufzublühen und dehnte sich nach Westen aus, wo die heutige »Neustadt« entstand. Auch für Archäologen aus aller Welt erwies sich die Stadt mit ihrer 3000-jährigen Geschichte als unwiderstehlich. Schicht für Schicht wurden Zeugnisse der Vergangenheit freigelegt. Leider sind bis heute Ausgrabungen auf dem arabisch verwalteten Tempelberg verboten. Vermutlich, um arabische Ansprüche auf Jerusalem nicht zu gefährden, denn wer weiß, was alles dort zutage gefördert werden würde, wo früher 1000 Jahre lang der jüdische Tempel stand?

1947 beschloss die UNO, das nach der Teilung von 1922 verbliebene Mandatsgebiet erneut in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen, und Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Dazu kam es nicht, denn der neue jüdische Staat wurde sofort von seinen arabischen Nachbarn angegriffen.

Am Ende besaß Israel mehr Land als zuvor und darüberhinaus den Westteil Jerusalems, der seit 1950 das Parlament (Knesset) und die meisten Ministerien beherbergt. Der Ostteil wurde von Jordanien erobert. Sie vertrieben die Juden, zerstörten das jüdische Viertel und schändeten die jüdischen heiligen Stätten, indem sie Synagogen in Ställe umwandelten und Grabsteine zum Bau von Toiletten und Straßen entweihten.

1967 geriet Israel zunehmend in Bedrängnis und wurde zu einem militärischen Präventivschlag gezwungen. Dabei eroberte es unter anderem den Ostteil Jerusalems, in dem sich der ehemalige Tempelplatz befindet. Weinend standen die Soldaten an diesem Tag vor der Klagemauer, dem einzigen Überrest des alten Tempels. Zum ersten Mal seit fast 2000 Jahren konnten Juden wieder den Tempelberg, das Zentrum des jüdischen Glaubens, betreten.

Zwischen 1949 und 1967 konnten Juden nicht an der Klagemauer beten.

Israel öffnete sofort den Zugang zu den Heiligtümern der Juden, der Christen und der Moslems und erließ das »Gesetz zum Schutz der Heiligen Stätten«: »Die Heiligen Stätten werden vor Entweihung und jeder anderen Verletzung geschützt sowie vor allem, was den freien Zugang der Mitglieder der verschiedenen Religionen zu ihren Heiligen Stätten oder ihre Gefühle in bezug auf diese Stätten verletzen kann.« (Christliche Gemeinschaften in Israel, Seite 4, Israelisches Informationszentrum, Juli 1996)

Taumelbecher und Laststein – ein Resümee über 4000 Jahre Geschichte

»Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsumher, und auch Juda wird's gelten, wenn Jerusalem belagert wird. Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker. Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; denn es werden sich alle Völker auf Erden gegen Jerusalem versammeln.« (Sacharja 12,2–3)

Jerusalem: Taumelbecher und Laststein. Treffender könnte man die Situation heute nicht beschreiben. Der Prophet Sacharja hat es vor über 2500 Jahren getan! Jerusalem ist ein Brennpunkt der Geschichte, der Religionen und der Politik. Jerusalem ist aber auch ein Brennpunkt in Gottes Geschichte mit der Menschheit: Die Herrschaft über Jerusalem wechselte innerhalb der letzten 3000 Jahre mindestens achtzehnmal. Oft herrschten die jeweiligen Besitzer nur wenige Jahre, bevor ihnen das Zepter wieder aus der Hand gerissen wurde. Allein im 20. Jahrhundert waren vier verschiedene Mächte Besitzer von Jerusalem. In chronologischer Reihenfolge herrschten folgende Völker über die Heilige Stadt: Jebusiter, Israeliten unter König David, Babylonier (Nebukadnezar), Perser, Griechen (Alexander der Große), Ptolemäer, Seleukiden, Juden (Makkabäer), Römer, Byzantiner, Moslems, Kreuzfahrer aus Europa, Kurden (Sultan Saladin), Mamelucken (Ägypten), osmanische Türken, Briten, Araber (Jordanien), Juden (Staat Israel).


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