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Könige Israels

Das israelitische Volk war nach den Nachkommen Jakobs in zwölf Stämmen organisiert. Ein gemeinsamer Anführer fehlte jedoch. Nur in Notzeiten einten und regierten die sogenannten Richter das Volk. Somit waren sie immer wieder schweren Angriffen der Nachbarvölker ausgesetzt.

Erst die zunehmende Bedrohung durch das Volk der Philister, einem griechisch-stämmigen Seefahrervolk, das den Küstenstreifen des Landes bewohnte, ließ den Ruf nach einem gemeinsamen König laut werden. Ca. 1020 v. Chr. begann die allmähliche Vereinigung des Volkes und der Übergang zur Monarchie: Gott berief Saul und nach ihm David zum König. Diese beiden konnten das Reich festigen und die Feinde besiegen.

Unter dem gottesfürchtigen David erlebte das israelitische Volk zum ersten Mal seit seinem Bestehen Frieden, Wohlstand und Sicherheit über einen längeren Zeitraum hinweg.

König David konnte Israel durch erfolgreiche Feldzüge und Bündnisse mit Nachbarkönigreichen zu einer bedeutenden und anerkannten Macht in der Region ausbauen. Unter seiner Herrschaft erlebte Israel die größte Ausdehnung: von Ägypten bis an den Fluss Euphrat, der mitten durch den heutigen Irak fließt.

Modell Jerusalems zur Zeit König Davids, ausgestellt in der Jerusalemer Davidszitadelle.

David wurde jedoch nicht nur als Kriegsherr und Stratege berühmt, sondern auch durch seine Dichtkunst und seine Liebe zur Musik. Wir verdanken ihm etwa die Hälfte der in der Bibel überlieferten Psalmen.

König Davids Sohn Salomo sollte noch größeres staatsmännisches Geschick aufweisen als sein Vater. Auch er regierte zu Anfang das Land im Gehorsam Gott gegenüber.

Salomo gilt als der weiseste König, der je gelebt hat. Seine sprichwörtliche Weisheit zog Staatsmänner aus der ganzen Welt an – am bekanntesten ist sein Zusammentreffen mit der Königin von Saba. Als Davids Nachfolger baute er Handelsbeziehungen mit der gesamten damaligen Welt auf. Israel gewann unter ihm an Macht und Ansehen wie nie zuvor und nie mehr danach. Unter seiner Herrschaft wurde auch der Tempel in Jerusalem gebaut. Salomo sicherte den Frieden und die Israeliten erlebten eine wohl einmalige Periode des Wohlstands und der Sicherheit.

Der Segen, den Gott unter der Voraussetzung verheißen hatte, dass Israel ihm gehorsam sei, war so offensichtlich, dass Salomo in seiner Tempel-Einweihungsrede als Bilanz ziehen konnte: »Gepriesen sei der HERR, der seinem Volk Israel Ruhe gegeben hat, nach allem, was er geredet hat! Nicht ein einziges Wort ist dahingefallen von all seinen guten Worten, die er durch seinen Knecht Mose geredet hat.« (1. Könige 8, 56)

Trotzdem ließ sich Salomo von seinen zahlreichen heidnischen Frauen zum Götzendienst und Abfall von Gott verführen. Gott bestrafte sein Handeln mit der Teilung des Reiches in ein Nord- und ein Südreich., hierauf folgte der Untergang des Nordreiches und schließlich auch der Untergang des Südreiches: »Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten.« (Jeremia 2,13)

Selbst als Gott den Israeliten aus Gnade einen Neuanfang ermöglichte, hielt sich die Dankbarkeit in Grenzen. Nur zu schnell kamen sie wieder in die alten Bahnen zurück. Seinem Sohn Rehabeam, Davids Enkel, wurde die Herrschaft über zehn der zwölf Stämme entrissen. Nur noch der Stamm Benjamin blieb der Davidsdynastie aus dem Stamm Juda treu (1. Könige 11,30–40). Die zehn übrigen Stämme wählten einen eigenen König.

Somit existierten seit 926 v. Chr. zwei Reiche nebeneinander: Das Nordreich Israel und das Südreich Juda. Die Bevölkerung beider Reiche kehrte Gott den Rücken und verfiel den heidnischen Kulten der Nachbarvölker, insbesondere dem des Gottes »Baal«. Zudem befanden sich die beiden Reiche häufig im Krieg gegeneinander. Auch außenpolitisch gerieten beide Reiche wieder und wieder in Bedrängnis. Assyrien etablierte sich allmählich zur Weltmacht. Auch Syrien, Edom und die Philister starteten immer wieder Angriffe gegen beide Reiche, die schließlich jedoch unter assyrische Oberherrschaft gerieten und tributpflichtig wurden.

Während Juda durchgehend von der Davidsdynastie regiert wurde, herrschten im Nordreich während seines 200jährigen Bestehens neun Dynastien, die oft nur einen einzigen König hervorbrachten. Ihre Regierungszeit wird in der Bibel meist nur äußerst knapp mit vernichtenden Worten geschildert, die meisten Herrscher wurden letztlich ermordet. Nur von einem einzigen König des Nordreiches, Jehu, sagt die Bibel, er habe getan, was dem Herrn gefiel (2. Könige 10,30).

Gott berief in dieser Zeit immer wieder einzelne Menschen zu Propheten, um die Israeliten an Gottes Gesetz zu erinnern und vor den Folgen des Ungehorsams zu warnen. Er verhieß durch sie aber auch, dass er für Israel einen Erlöser schicken werde, der sie mit ihm wieder versöhnen würde. Diese Stimmen jedoch wurden in beiden Reichen ignoriert.

Das Nordreich fand nicht mehr zurück zu Gott und wurde im Jahre 722 v. Chr. von den Assyrern erobert. Seine Bewohner wurden nach Mesopotamien verschleppt. An ihrer Stelle siedelten die Assyrer Völker aus dem Osten ihres Reiches an. Aus diesen entstand das Volk der Samariter.

Im Südreich, wo die beiden einzigen verbliebenen israelitischen Stämme Benjamin und Juda lebten, fanden einzelne Könige immer wieder zu Gott zurück. Darum hatte Gott mit ihnen mehr Geduld als mit dem Nordreich.

Doch auch Juda wurde zunehmend gottlos. Die Wiederentdeckung des Gesetzbuches Moses unter König Josia und die sofortige Umsetzung konnten Gottes Strafe nicht mehr abwenden. In den Jahren 605 bis 587 v. Chr. führte Babylons König Nebukadnezar mehrere Kriege gegen Juda und eroberte schließlich die Stadt Jerusalem, zerstörte den Tempel und verschleppte das Volk ins Exil nach Babylonien. Nur die unterste Schicht der Bevölkerung durfte im Land bleiben, um es weiterhin zu bebauen.

Auf der in Israel gefundenen Tel-Dan-Stele wird David als der Begründer des israelitischen Königshauses erwähnt.

Die Könige von Israel und Juda

Das geeinte Königreich
Saul (1012–1004)
David (1004–965)
Salomo (965–926)
 
Nordreich Israel
Jerobeam (926–907)
Nadab (907–906)
Bascha (906–883)
Ela (883–882)
Simri (882)
Tibni (882)
Omri (882–871)
Ahab (871–852)
Ahasja (852–851)
Joram (851–845)
Jehu (845–818)
Joahas (818–802)
Joasch (802–787)
Jerobeam II (787–747)
Secharja (747)
Schallum (747)
Menachem (747–738)
Pekachja (737–735)
Pekach (735–732)
Hoschea (731–722)
  
Südreich Juda
Rehabeam (926–910)
Abija (910–908)
Asa (908–868)
Joschafat (868–852)
Joschafat / Joram (852–847)
Joram (847–845)
Ahasja (845)
Atalja (845–840)
Joasch (840–801)
Amazja (801–787)
Asarja (Usija) (787–756)
Asarja (Usija) / Jotam (756–741)
Asarja (Usija) / Ahas (741–736)
Ahas (736–725)
Hiskija (725–697)
Manasse (696–642)
Amon (641–640)
Joschija (639–609)
Joahas (609)
Jojakim (608–598)
Jojachin (598–597)
Zidkija (597–587)


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