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Die Zeit des ersten Tempels

(V 2.7)

Jerusalem ist eine der ältesten Städte der Welt. Ausgrabungen im Bereich der Gihonquelle förderten eine Ansiedlung aus dem Jahre 2800 v. Chr. zutage.

Abraham begegnete während seines Nomaden-Daseins im Land Kanaan dem Priesterkönig Melchisedek, Gründer von »Salem«, wie die Stadt damals hieß.

In späterer Zeit tauchte die Stadt auf ägyptischen Ächtungstexten auf. Laut dieser Texte unterstanden die Bewohner Jerusalems ägyptischer Fronpflicht.

Als die Israeliten das Land Kanaan einnahmen (um 1400 v. Chr.), blieb ihnen Jerusalem verwehrt. Erst König David besiegte die damaligen Bewohner Jerusalems, die Jebusiter. Zwar musste er sich zunächst ihren Spott gefallen lassen: »Die Blinden und die Lahmen werden dich wegtreiben.« (2. Samuel 5, 6), denn die Stadt – sie nannten sie Jebus – galt als uneinnehmbar. Doch die Tage der Jebusiter waren gezählt. Im Jahre 1004 v. Chr. eroberte David die Stadt, machte sie zur Hauptstadt Israels und gab ihr den Beinamen »Stadt Davids«.

Der älteste Teil Jerusalems, noch heute als »Davidsstadt« bekannt, war eine fast uneinnehmbare Festung. Umgeben von tief eingeschnittenen Tälern war sie nur von Norden her zugänglich.

Nach der Eroberung Jerusalems ließ David die Bundeslade und die Stiftshütte nach Jerusalem bringen und machte die Hauptstadt dadurch auch zum religiösen Zentrum. Seit die Israeliten während ihres Auszugs aus Ägypten am Berg Sinai die Zehn Gebote und das Gesetz erhalten hatten, führten sie die Bundeslade und die Stiftshütte mit sich. Nach der Landnahme und während der Richterzeit war die Stiftshütte in Silo gestanden.

Die Bundeslade war ein vergoldeter Kasten, der die beiden Steintafeln enthielt, auf denen Gott die zehn Gebote geschrieben hatte. Sie stand im Allerheiligsten der Stiftshütte und des späteren Tempels. Die Stiftshütte war ein Zelt, das als Ort für den Gottesdienst vorgesehen war, und immer dort aufgeschlagen wurde, wo das Volk sich niederließ; sozusagen ein mobiler Tempel.

David beschloss, anstelle der Stiftshütte einen Tempel zu bauen, aber Gott verwehrte es ihm: »Doch da sprach Gott zu mir: ›Du sollst mir keinen Tempel bauen! Denn du hast Kriege geführt und dabei viel Blut vergossen!‹« (1. Chronik 28,3). Davids Sohn Salomo jedoch sollte in Frieden regieren und den Tempel bauen dürfen. Im Jahre 955 v. Chr. wurde der Tempel in Jerusalem von Salomo eingeweiht.

Nach der Teilung Israels 931 v. Chr. blieb Jerusalem Hauptstadt des Südreiches Juda. Nachdem das Nordreich 722 v. Chr. an die Assyrer gefallen war, eroberten diese innerhalb von 20 Jahren auch fast alle Städte des Südreiches, bis sie 701 v. Chr. Jerusalem belagerten.

Doch Jerusalem fiel nicht: Tausende assyrische Soldaten starben in der Nacht vor dem Angriff durch einen von Gott geschickten Todesengel, so dass ihr König Sanherib den Befehl zum Rückzug gab. Jahre später wurde er im Tempel seiner Hauptstadt beim Beten von seinen eigenen Söhnen meuchlings ermordet. Schließlich fiel das blühende assyrische Reich an die neue Weltmacht Babylon.

Vertiefende Informationen über König Sanherib finden Sie im Artikel »Gottes Axt und Noahs Planke«.

587 v. Chr. waren auch Jerusalems Tage gezählt. Die Stadt wurde vom babylonischen König Nebukadnezar nach anderthalbjähriger Belagerung erobert und zerstört. Der Tempel ging in Flammen auf. Die Bundeslade ging verloren und ist bis heute nicht mehr gefunden worden. Die Bevölkerung Judas wurde ins Exil nach Babylon verschleppt.


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