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Beispiel: Das Massaker von Jenin

Eine Delegation des UNO-Hilfwerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) hatte das palästinensische Flüchtlingslager Jenin nach einem Angriff der israelischen Armee im April 2002 inspiziert. Deren Sprecher bezeichnete die Situation als »schreckliche humanitäre Katastrophe« (1). Der UNO-Gesandte Terje Roed-Larsen sagte: »Ich glaube, ich kann für die gesamte Delegation sprechen, wenn ich sage, wir waren geschockt.« (2)

Die Mitarbeiter des Inspektionsteams gingen nach ersten Schätzungen von 150 bis 200 getöteten Palästinensern aus. Jader Shkirat von der »Palästinensischen Gesellschaft zum Schutz der Menschenrechte und Umwelt« sprach von mindestens 300 Toten. Andere »Menschenrechtler« gingen davon aus, dass bis zu 1000 Menschen ums Leben kamen. Dazu war von 8000 bis 15.000 Vermissten die Rede!

Die Britin Jessica Barry vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes bezeichnete die Lage als »völlig katastrophal. Sie müssen sich vorstellen, dass dort auf nur einem Quadratkilometer etwa 13.000 Menschen leben. Ein großer Teil des Areals ist zerstört.« (3)

Die Nachricht eines Massakers an der Bevölkerung wurde durch die Medien in der ganzen Welt verbreitet.

Das israelische Militär belegte später durch Luftaufnahmen, dass sich die Zerstörung im Lager auf ein Gebiet von etwa 100 mal 100 Meter beschränkte, von den in den Trümmern gefundenen 50 toten Palästinensern waren 45 uniformiert und bewaffnet! In einem Untersuchungsbericht Anfang August – vier Monate nach den Kämpfen – bestätigte die UNO 52 palästinensische Todesopfer, bei denen es sich etwa zur Hälfte um Zivilpersonen gehandelt habe. In den Köpfen der Menschen hatte sich aber inzwischen die Geschichte vom Massaker festgesetzt. Zudem zeigte sich in dieser Situation die anti-israelische Tendenz der UNO: Israel warf dem UNO-Gesandten Roed-Larsen »Lügen« und »Aufhetzung« vor. UNO-Generalsekretär Kofi Annan dagegen sprach ihm sein volles Vertrauen aus. Der Weltsicherheitsrat verurteilte den jüdischen Staat wieder einmal mit einer Resolution.

Doch Israel behielt am Ende recht. Israel selbst verlor in Jenin 23 Soldaten, weil man die 13.000 Einwohner des Flüchtlingslager schonen wollte und deshalb statt einer Bombardierung aus der Luft den Häuserkampf wählte.


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Quellennachweis

(1) Zitiert aus: Spiegel Online, April 2002
(2) Zitiert aus: Spiegel Online, April 2002
(3) Zitiert aus: Spiegel Online, April 2002


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