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Zwischen Hamas und Fatah

Die aus der PLO hervorgegangene Fatah und die stärker vom fanatischen Islam geprägte Hamas wollen beide einen unabhängigen Palästinenserstaat. Der Weg zu diesem Ziel ist auf den ersten Blick unterschiedlich und auch beim Gebietsanspruch ist die Fatah wohl inzwischen gemäßigter. Die Fatah scheint auf dem Verhandlungsweg einen Staat »Palästina« auf dem Gebiet des Westjordanlands sowie des Gazastreifens erreichen zu wollen, mit (Ost-)Jerusalem als Hauptstadt. Dieser Staat würde wohl eher säkulare Strukturen haben. Ein islamischer Gottesstaat ist dagegen das erklärte Ziel der Hamas, das kompromisslos und mit Gewalt verfolgt wird. Daneben ist kein Platz für ein jüdisches Israel.

Scheikh Ahmed Yassin, Mitbegründer und geistiger Führer der Hamas, saß acht Jahre in israelischer Haft, bevor er 1997 in einem Gefangenenaustausch entlassen wurde. Am 22. März 2004 wurde er durch einen gezielten Raketenangriff der Israelis getötet. Auch sein Nachfolger Abd al-Aziz ar-Rantisi, der »Terroranschläge als legitimes Mittel im Befreiungskampf gegen Israel« bezeichnete, starb am 17. April durch »gezielte Tötung«.

Ismail Haniyya ist seit dem Wahlsieg der Hamas 2006 palästinensischer Ministerpräsident.

Vorsitzender der PLO bzw. der Fatah ist Mahmud Abbas, der zugleich als Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Arafats Nachfolger ist.

Wahlsieg der Hamas und Kampf um Gaza

Nach dem Tod Arafats, der als Symbolfigur des »Freiheitskampfs« alle Palästinenser geeint hatte, entstand ein gewisses Machtvakuum. Der nicht funktionierende und korrupte Staatsapparat, den Arafat hinterlassen hatte, führte zum Konflikt zwischen den konkurrierenden Organisationen mit ihren unterschiedlichen Ideologien.

Nach einem sensationellen Wahlsieg der Hamas in den Autonomiegebieten am 26. Januar 2006 wurde nach einigem Hin und Her eine »Regierung der nationalen Einheit« mit der Fatah gebildet. Im Dezember 2006 verschärften sich jedoch gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden Organisationen.

Im Juni 2007 eskalierte die Konfrontation zwischen Hamas und Fatah und im Gazastreifen kam es zu einem wahren Bürgerkrieg. Im Verlauf der Kämpfe gewannen die Milizen der Hamas die Oberhand und übernahmen die Herrschaft über das Gebiet, das die Israelis bereits im August 2005 verlassen hatten. Der »Putsch« der Hamas stieß international auf Ablehnung, selbst der ägyptische Präsident Mubarak befürchtete einen iranischen Vorposten in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. De facto besteht seither eine Zweiteilung der Autonomiegebiete: Abbas setzte im Westjordanland eine Notstandsregierung ohne die Beteiligung der Hamas ein.

Wir arbeiten an »Einzigartiges Israel 3.0«, das 2018 erscheinen soll. Darin werden die weiteren Entwicklungen der letzten 10 Jahre beschrieben – z.B. der Gazakrieg 2014. Bitte unterstützen Sie uns bei der Arbeit am Projekt.


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