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Das Schicksal der Flüchtlinge

Die jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Staaten Vorderasiens sind längst wichtiger Bestandteil Israels geworden. Als »Sephardim« bilden sie einen Anteil von etwa 37 Prozent an der jüdischen Bevölkerung. Genauso wie die zahlreichen Einwanderer aus Europa wurden sie zügig in den jungen Staat integriert. Auch heute noch werden Zuwanderer aus aller Welt möglichst rasch eingegliedert. Seit der Staatsgründung hat das kleine Israel 2,9 Millionen eingewanderte Juden aus über 100 Ländern aufgenommen.

Anders ist die Lage bei den palästinensischen Flüchtlingen: Jordanien hat einen großen Teil integriert, aber noch immer leben viele Flüchtlinge und deren Nachkommen in den Flüchtlingslagern im Gazastreifen, in der Westbank, im Libanon und in Jordanien. Sie werden von der UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten) versorgt. Das Personal der 1949 von der UN-Generalversammlung gegründete Organisation wird hauptsächlich vor Ort rekrutiert. Das UNWRA verfügt über Gesundheitsstellen, Kliniken, Schulen und Lehrerausbildungszentren. Der Jahreshaushalt der UNRWA beläuft sich auf etwa 280 Millionen Dollar. Versuche Israels, die Palästinenser der Westbank und des Gazastreifen aus den Lagern herauszuholen und ihnen ein normales Leben zu ermöglichen, sind am Widerspruch arabischer Staatsmänner und der Vereinten Nationen gescheitert.

Heute, viele Jahrzehnte nach der Flucht palästinesischer Araber aus ihrer Heimat, leben immer noch sehr viele Araber in Flüchtlingslagern. Joan Peters hat in ihrem Buch »From Time Immemorial« ausgeführt, dass es für die arabischen Nachbarn Israels ein Leichtes gewesen wäre, ihre Brüder zu integrieren. Ein solcher Vorgang hätte sogar beiden Seiten wirtschaftliche Vorteile gebracht. »Internationale Experten berichteten und veröffentlichten unbestreitbare Beweise, dass die Integration und Ansiedlung von Flüchtlingen, wenn sie von der Gemeinschaft der arabischen Länder durchgeführt werden würde, nicht nur Vorteile für die arabischen Flüchtlinge, sondern auch für die unterbevölkerten Gebiete der arabischen Welt bringen würde, die zusätzliche Arbeitskräfte für ihren Fortschritt bräuchte.« (1)

Dennoch wird Israel verantwortlich gemacht für das Elend in den Lagern. Die Israelis werden in der Weltöffentlichkeit als gewissenlose Besatzer dargestellt, die die Palästinenser nach wie vor unterdrücken und ausbeuten. »Palästina und die Palästinenser gibt es immer noch, obwohl sich Israel von Anfang an alle Mühe gegeben hat, sich ihrer zu entledigen oder sie in die politische Bedeutungslosigkeit zu drängen.« (2) schreibt die »taz«.

Doch auch hier sieht die Wahrheit offensichtlich anders aus. Nach den Ausführungen von Joan Peters sind die arabischen Politiker nicht an einer Eingliederung der Flüchtlinge interessiert. Sie dienen als Schachfiguren, um die Sympathien der Welt für die »palästinensische Sache« zu erhalten und um die westlichen Politiker und die UNO dazu zu bringen, Druck auf Israel auszuüben und UN-Resolutionen gegen das kleine jüdische Land zu beschließen.

Ein bedeutender Experte auf dem Gebiet weltweiter Flüchtlingsprobleme äußerte sich in einem Interview mit Joan Peters über den speziellen Fall palästinensischer Flüchtlinge: »Sie müssen bedenken – nun – diese Menschen sind einfach nur Schachfiguren ... Die arabischen Länder wollen keine Araber aufnehmen. Es ist Diskriminierung gegen die eigenen Leute.« (3)

Das Rückkehrrecht

Die Forderung der Palästinensern nach einer Rückkehr der Flüchtlingen bekommt besondere Brisanz, wenn man an die Endstatusverhandlungen denkt:Den Flüchtlingen sollten nicht t in einem zu gründenden Palästinenserstaat leben sondern in Israel untergebracht werden. Würden daher wie gefordert Millionen von palästinensischen Flüchtlinge in das übrige Israels zurückkehren, wäre dies eine demografische Katastrophe und würde die arabische Minderheit im Judenstaat bald zu einer Mehrheit werden lassen.


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Quellennachweis

(1) From Time Immemorial, Seite 19, Joan Peters, J. KAP Publishing, USA, 1984
(2) Edward Said, in Amerika lebender palästinensischer Intellektueller, in einem Artikel in »Le Monde diplomatique«, Beilage der taz, 15. Mai 1998
(3) Interview mit John McCarthy, Experte der amerikanischen Katholischen Konferenz, in: From Time Immemorial, Seite 19, Joan Peters, J. KAP Publishing, USA, 1984


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