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Museen

Es gibt etwa 120 Museen in Israel, die eine jährliche Besucherzahl von beinahe zehn Millionen verzeichnen können. Ob groß oder klein, ob im Kibbuz oder in der Stadt, die Museen in Israel sind wahre Schatzkammern der Archäologie, Ethnografie und israelischen Geschichte, der alten und modernen Kunst, der einfachen und anspruchsvollen Kunsthandwerke.

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Das Yad-Vashem-Museum in Jerusalem ist dem Andenken und der Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gewidmet. Es besteht aus einer Kunstgalerie, dem Saal der Namen, der Allee der Gerechten unter den Völkern, einem Archiv, der zentralen Gedenkhalle mit den Namen der nationalsozialistischen Todeslager auf dem Boden, dem Kinder-Gedenk-Pavillon und dem Tal der Zerstörten Gemeinden.

Die Halle der Erinnerung mit der Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust und den Namen der 22 größten Konzentrationslager.

Anschrift und Öffnungszeiten: Yad Vashem; P.O.B. 3477; IL–Jerusalem 91034
So. – Do. 9–17 Uhr; Fr. 9–14 Uhr

Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers und der Nationalsozialistischen Partei (1933) wurde der Antisemitismus in Deutschland offizielle Staatspolitik. Das nationalsozialistische Regime führte einen Plan aus, der systematisch auf die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in allen Ländern unter deutscher Besatzung abzielte. Sechs Millionen Juden, darunter 1,5 Millionen Kinder, wurden in den vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Ländern Europas während des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) ermordet. Der Großteil der hundert Millionen Europäer die unter der NS-Herrschaft lebten, schaute schweigend zu oder kollaborierte mit den Mördern. Einige jedoch reichten Juden eine helfende Hand und versuchten, sie vor den Nationalsozialisten zu retten.

Von Yad Vashem, der Nationalen Holocaust-Gedenkstätte Israels, wurden bisher im Rahmen eines 1953 gesetzlich verankerten Programms nahezu 16.000 Personen ausfindig gemacht und geehrt, die während des Dritten Reiches in irgendeiner Form zum Überleben von Juden beigetragen hatten. Dies sind die »Gerechten unter den Völkern«.

Die als Retter und Helfer von Juden geltenden Personen erhalten die »Medaille der Gerechten« und eine Ehrenurkunde (die im Falle einer posthumen Anerkennung den nächsten Verwandten überreicht werden). Ihre Namen werden auf der Ehrenwand im Garten der »Gerechten« in der Gedenkstätte Yad Vashem eingetragen. Es ist die höchste Auszeichnung, die das jüdische Volk durch den Staat Israel an Personen vergibt, die nicht zum jüdischen Volk gehören.

Diejenigen »Gerechten unter den Völkern«, die – wo immer sie leben – in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, erhalten von der »Jewish Foundation of the Righteous« Hilfe. Sie wurde zu diesem Zweck in New York ins Leben gerufen. Die Anne-Frank-Stiftung im schweizerischen Basel kümmert sich um den Personenkreis, der medizinische Hilfe benötigt. Die in Israel lebenden »Gerechten« (zirka 45 Personen) erhalten automatisch eine großzügige staatliche Pension.

Es gibt keine genauen Angaben, wie viele Juden durch die Hilfe einzelner Nichtjuden gerettet werden konnten. Ihre Zahl mag bei mehreren zehntausend Menschen liegen. In Frankreich überlebten 200.000 Juden, viele von ihnen dank der Hilfe von Nichtjuden. Die geschätzten Zahlen für einige andere europäische Länder sind: Belgien – 26.000; Niederlande – 16.000; Italien – 35.000; Dänemark – 7200; Norwegen – 900; Deutschland und Österreich – 5.000; Polen – 25.000 bis 45.000; Litauen – bis zu 1000; Ungarn – über 200.000, viele von ihnen durch den heldenhaften Einsatz Raoul Wallenbergs und Carl Lutz'; Griechenland – 3000 bis 5000; Jugoslawien – bis zu 5000; Albanien – 1800. Für die Ukraine und Russland liegen bisher keine Angaben vor.

Diese Personen haben vielleicht nicht ihr Leben riskiert, doch für ihre Entscheidung, die eigene Karriere zugunsten zahlreicher hilfloser Personen zu gefährden, haben sie es verdient, so die Meinung Yad Vashems, zu den »Gerechten unter den Völkern« gezählt zu werden.

Israel-Museum


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